Unterkriegstedt ist einer von vielen Orten, die nach Milzau eingemeindet waren, bevor sie 2010 nach Bad Lauchstädt eingemeindet wurden. Im Hof des Schlosses Unterkriegstedt befindet sich eine kunstvoll gestaltete Gedenktafel mit der Inschrift:
Zum Gedenken
an die Opfer des
Volksaufstandes
am 17. Juni 1953
in Milzau
Am 17. Juni 1953 fand der erste Aufstand in den sowjetisch beeinflussten Staaten nach dem Zweiten Weltkrieg (1939-1945) statt. Die Verschlechterung der Lebensbedingungen, die nicht vorhandene Wahlfreiheit, die Teilung Deutschlands und andere Gründe führten zu großer Unzufriedenheit, die sich im Chemiedreieck besonders verstärkte, nachdem Normerhöhungen nicht zurückgenommen wurden und ein Streik in Berlin die Initialzündung gegeben hatte, ebenfalls zu streiken. Neben den großen, teilweise organisierten Demonstrationen, an die etwa Gedenktafeln in Halle oder ein Gedenkstein in Bitterfeld erinnern, gab es im dörflichen Bereich auch Vorkommnisse, die teils anders verliefen.
Die Dorfbewohner von Milzau ließen ihre Wut an acht SED-Parteinfunktionären aus, verprügelten diese und nötigten sie, gefesselt in eine Mistgrube zu springen, nachdem diese vor der wütenden Menge in das örtliche Waisenhaus geflohen waren und sich nicht hatten ergeben wollen. Hier spielte offenbar die Bodenreform sowie die Gründung von ersten LPGs eine Rolle, denn man zwang den Bürgermeister auch, ein Übereignungsprotokoll zugunsten von Großbauern zu unterzeichnen. Zudem gab es in Milzau auch zwölf der LDPD zugeordnete Großbauern, die den Abgabeverpflichtungen nicht nachkamen.
Vermeldet wurde später, dass Terroristen in das Kinderheim des Ortes eindrangen und die anwesenden Lehrer und Erzieher misshandelten.