Mit dem Machtantritt von König Friedrich Wilhelm von Preußen im Jahr 1786 wurde der Straßenbau zunehmend wichtiger. Im Folgejahr fand ein Wettbewerb statt, in dem Vorschläge zur Streckenführung zwischen Magdeburg, Halle und Großkugel vorgestellt wurden, und danach begann der Bau der Chaussee, der 1794 den heutigen Saalekreis erreichte. Der Abschnitt zwischen Unterpeißen bei Bernburg und Halle wurde im Jahr 1797 abgeschlossen und seitdem gab es hier sowohl Meilensteine - wie den Halbmeilenstein in Beidersee oder den Ganzmeilenstein in Grube Ferdinande - als auch Chausseehäuser - auch "Chausseegeld-Barrieren" genannt - und Chausseewärterhäuser in regelmäßigen Abständen.
Das Chausseehaus von Domnitz war zunächst die "IX. Barriere" von Magdeburg aus, doch kam es 1829 zu einer Ausweitung der Zuständigkeitsbereiche auf zwei Meilen und somit zur Reduktion der Anzahl der Chausseehäuser, so dass Domnitz fortan die "V. Barriere" von Magdeburg aus war. Nach dem Abriss des Chausseewärterhauses bei Nauendorf und dem Umbau des Chausseewärterhauses in Grube Ferdinande ist es mit dem Chausseehaus bei Beidersee einer der wenigen Relikte dieses Bautyps.
Chausseehäuser dienten zur Erhebung von Nutzungsgebühren mit denen der Bau und der Erhalt der jeweiligen Chaussee ermöglicht werden sollte. Als der Staat in den 1870er Jahren endgültig die Bedeutung der Eisenbahnen erkannte, wandte er sich von den Staatschausseen ab und übergab diese den Provinzen, die die Erhebung des Chausseegeldes kurz darauf aufhoben. Deshalb wurden viele Chausseehäuser und Chausseewärterhäuser mittlerweile abgerissen (um das Jahr 2020 z. B. das Chausseehaus in Nietleben).