Herrenhäuser von Gutshöfen werden auf dem Land häufiger Schloss genannt. Das passiert umso eher, wenn diese architektonische Besonderheiten aufweisen. Das trifft auch auf Unterkriegstedt zu, dessen Schloss zwar eine Inschrifttafel von 1696 aufweist, das aber in seinem wesentlichen Aussehen noch immer ein Renaissancebau ist, der im 16. Jahrhundert entstand.
Das elfachsige Hauptgebäude des Ritterguts wird durch barocke Ziergiebel, Fledermausgauben, ein Sitznischenportal der Renaissancezeit, zu dem eine Freitreppe hinaufführt, und einen Turm mit Laterne geprägt. Ein im Norden ergänzter Anbau stammt laut dem Dehio aus dem Jahr 1905. Ob das Gutshaus einen mittelalterlichen Vorgänger hatte, konnte bisher nicht ermittelt werden.